29.08.2019

HörBar extra: welt_um_spannend

Sappho, Sloterdijk und zwischendrin Schalansky
Eine musikalisch-visuelle Text-Performance-Reise        

Martin Huber             Regie und Spiel
Manuel Krass             Musik und Spiel
Krischan Kriesten      Visuelle Inszenierung
Petra Lamy                 Rezitation

Donnerstag, 29. August 2019, 19.30 Uhr
Freitag, 30. August 2019, 19.30 Uhr
Samstag, 31. August 2019, 19.30

Das KuBa – Kulturzentrum am EuroBahnhof zeigt an drei Abenden die Uraufführung einer Performance aus Schauspiel, Musik, Licht und Rezitation: Im Zentrum stehen eine legendäre Dichterin der Antike, die in ihren wenigen erhaltenen Textfragmenten die Liebe besingt; ein wortgewaltiger Philosoph, der mit seinen kulturkritisch-essayistischen Schriften und Pamphleten zahlreiche Debatten auslöst; und eine junge Autorin, die den verlorenen literarischen Werken der antiken Dichterin nachspürt und dabei die hochaktuelle Gender-Thematik in den Blick nimmt - Sappho, Sloterdijk und Schalansky.

Durch die Kombination von Texten so unterschiedlicher Zeiten und Persönlichkeiten entsteht eine Begegnung über zweieinhalbtausend Jahre Kulturgeschichte hinweg. Texte, Musik und Spiel treten miteinander in Dialog, ergänzen, widersprechen oder kommentieren sich. Es beginnt eine ebenso sinnliche wie spannende und spannungsgeladene literarisch-performative Reise, die sich zwischen den Gegenpolen Mann und Frau, Antike und Gegenwart sowie Emotion und Intellektualität bewegt und sich den Fragen annimmt: Gibt es zwischen all den Extremen und Unterschieden auch Gemeinsamkeiten? Lassen sich Verbindungen schaffen, Brücken bauen?
Garantiert sind drei Abende von kurzweiligem Spiel und außerordentlicher Aktualität.

Die antike griechische Dichterin Sappho (um *620 v. Chr.; † um 570 v. Chr.) lebte auf Mytilene sowie der Insel Lesbos und gilt als bedeutendste Lyrikerin der Antike. Sie wurde von ihren Zeitgenossen für ihre klare und ausdrucksstarke Sprache geschätzt, die sie unter anderem zum Vorbild des römischen Dichters Horaz werden ließ. Sappho feiert in ihren Gedichten die erotische Liebe, insbesondere die zwischen Frauen, die als lesbische Liebe nach ihrer Insel benannt wurde. Ein Großteil ihres Werks ist nicht überliefert.

Judith Schalansky, 1980 in Greifswald geboren, arbeitet und lebt als freie Autorin und Herausgeberin (Naturkunden) in Berlin. Ihr Werk, darunter der international erfolgreiche Bestseller „Atlas der abgelegenen Inseln“ (2009) sowie der Roman „Der Hals der Giraffe“ (2012), ist in mehr als 20 Sprachen übersetzt. In „Verzeichnis einiger Verluste“ (2018) thematisiert sie verloren gegangene, mutwillig zerstörte oder im Lauf der Zeit abhandengekommen Gegenstände aus der Weltgeschichte, zu denen auch die Dichtungen der Sappho gehören.

Peter Sloterdijk, Philosoph, Kulturwissenschaftler und Buchautor, löste mit seinen Beiträgen zahlreiche Debatten zu ganz unterschiedlichen Themen aus, darunter Religion, Gesellschaft, Feminismus und die Flüchtlingskrise. Bekanntheit erlangte er mit seinem zweibändigen Werk „Kritik der zynischen Vernunft“ (1983) sowie dem darauffolgenden Werk „Der Zauberbaum“ (1985). Das kulturkritisch-essayistische Denken Sloterdijks hatte seinen Ursprung in der Frankfurter Schule, von der er sich später jedoch distanzierte. Sloterdijk fasziniert immer wieder durch wortgewaltige und originelle Statements zu aktuellen Themen.

Martin Huber, geb. 1964, ist Regisseur und Schauspieler und realisiert seit 2007 freie Produktionen für verschiedene Theater. Darüber hinaus engagiert sich der Saarbrücker aktiv im Netzwerk Freie Szene und im Bundesverband Freier Theater, organisiert zahlreiche theaterpädagogische Projekte in der Region und gastiert im Saarländischen Staatstheater.

Der studierte Jazzpianist Manuel Krass ist in verschiedenen künstlerischen Kontexten aktiv. Durch seine interdisziplinäre Arbeitsweise tritt er sowohl als Bandleader und Sideman in Jazzensembles, als Komponist von Film- oder Ballettmusiken sowie als Schauspieler in Erscheinung. 2010 erhielt er den Grand Prix und den Prix du Public beim Tremplin Jazz d‘Avignon und den Förderpreis des Internationalen Jazzfestivals St. Ingbert.

Im Anschluss an ihr Romanistik-Studium widmete sich Petra Lamy hauptberuflich der Schauspielerei und war seither in zahlreichen Haupt- und Nebenrollen in Theater- und Musicalproduktionen sowie in mehreren Tatort-Folgen des Saarländischen Rundfunks zu sehen. Darüber hinaus tritt sie als Chanson-Sängerin auf und wurde vor allem mit ihrer Édith Piaf-Hommage bekannt. Heute leitet Petry Lamy die private Schauspielschule acting and arts.

Krischan Kriesten studierte Freie Kunst mit dem Schwerpunkt Neue Medien an der HBKsaar. Seit 2003 arbeitet er bei unterschiedlichen Kulturereignissen mit und übernimmt in dieser Funktion die künstlerische und technische Realisierung für zahlreiche Projekte. In dieser Funktion arbeitete er bereits mit dem Liquid Penguin Ensemble, der Donlon Dance Company, dem Theaterfestival Perspectives, dem Ensemble Die Redner u.v.m. Außerdem wirkt Kriesten mit bei der Gestaltung von musikalisch-lyrischen Performances, Land Art-Produktionen und anderen Inszenierungen.

Eintritt 12 € | 8 € ermäßigt
Karten sind vorab in der Geschäftsstelle des KuBa – Kulturzentrum am EuroBahnhof (info@kuba-sb.de)
oder an der Abendkasse erhältlich.

KuBa – Kulturzentrum am EuroBahnhof (Kantine)
Europaallee 25
66113 Saarbrücken
T +49 (0)681-959 1200/1202
F +49 (0)681-959 1203

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