08.11.2018

HörBar: Hand & Wort II

Das Saitenspiel tönt fern aus Gärten
BROT & WEIN & HÖLDERLIN
Claudia Limperg: Violoncello
Jörg W. Gronius: Rezitation

Donnerstag, 8. November 2018 um 19 Uhr


Aber indessen kommt als Fackelschwinger des Höchsten
Sohn, der Syrier, unter den Schatten herab.
Selige Weise sehns; ein Lächeln aus der gefangnen
Seele leuchtet, dem Licht tauet ihr Auge noch auf.          (Friedrich Hölderlin)


Claudia Limperg und Jörg W. Gronius widmen sich in dieser HörBar der um 1800 geschriebenen Elegie „Brot & Wein“ und bereiten einen spannenden Hörabend mit viel Hölderlin, Poesie und Violoncello Solo - und für jeden, der möchte, auch mit Brot & Wein.

Friedrich Hölderlin (1770 – 1843) gilt als einer der bedeutenden deutschen Dichter. Eigentlich sollte er Pfarrer werden – wegen des schönen Auskommens. Die Ausbildung dafür hatte er absolviert: Theologie, Hebräisch, Griechisch, Latein. Aber davon wollte er nichts wissen. Die Schule war derart repressiv, die politischen Verhältnisse entsprechend, dass er nur für die Französische Revolution schwärmte und sich in ihr die große Freiheit und die Wiederkehr einer leuchtenden antiken Welt erhoffte. Denn Geschichte, so hatte es seine pietistische Schule gelehrt, vollzieht sich nach göttlichem Willen.
Geschult an Sophokles und Pindar dichtete Hölderlin Elegien, die eine Antike beschworen, in der die alten Götter sich mit den Verheißungen des Neuen Testaments und der Aufklärung verbanden. Ein Hauptwerk ist „Brot und Wein“ als Beschwörung des Gottes des Weines und des Rausches: Dionysos.

Die zerstampfte Traube ersteht im Wein. Der Geist des Weines ist der kultische Kern des christlichen Abendmahls, das tägliche Brot die profane Notwendigkeit der Ernährung. Hölderlins Elegie „Brot und Wein“ ist eine poetische Utopie der Einheit von Antike und Neuzeit.

Claudia Limperg, geboren in Wuppertal, studierte in Detmold und Hannover und schloss 1986 mit Konzertexamen ab. Sie ist Mitglied der Deutschen Radiophilharmonie und des Kammermusikensembles des Saarländischen Rundfunks (Mithras-Oktett).

Jörg W. Gronius, 1952 in Berlin geboren, hat viele Jahre als Dramaturg an großen deutschsprachigen Bühnen gearbeitet: Berlin, Wien, Hamburg, Frankfurt/Main. Gronius lebt als freier Autor in Saarbrücken.
                      
Der Eintritt ist frei.

KuBa – Kulturzentrum am EuroBahnhof (Kantine)
Europaallee 25
66113 Saarbrücken