20.04.2018

Vernissage im KuBa - Simon Kloppenburg

Simon Kloppenburg
Findlinge und Geschiebe
Zeichnung/Malerei

Vernissage am Freitag, 20. April 2018, 19 Uhr


Die eiszeitlichen Gletscher hinterließen bei ihrem Rückzug unzählige mitreisende Gesteine an neuen Orten. Als Relikte einer über Jahrtausende andauernden gewaltigen geologischen Wirkmächtigkeit blieben kleinste Geschiebepartikel bis hin zu gewaltigen Findlingen in ihrer neuen Umgebung zurück. Sedimente unterschiedlicher Herkunft und verschiedenster Materialität verharren seither als ortsfremde Neulinge unsortiert, verstreut in den Landschaften und erscheinen noch immer wie fremdartige Fundstücke aus einer unbekannten Zeit.

Der Künstler Simon Kloppenburg vergegenwärtigt in seiner aktuellen Werkgruppe künstlerisch Erinnertes im Medium der Zeichnung und lässt dabei gleichsam die „Sedimente“ der eigenen Arbeit wieder in neuer, wenn auch fragiler Ordnung sichtbar werden. Ausgehend von über viele Jahre geführten tagebuchartigen Skizzenbüchern setzt sich der Künstler mit seinen früheren Zeichnungen und Entwürfen auseinander. Im Versuch, sich an vergessene Motive zu erinnern und zeitlich überlagerte künstlerische Intentionen nachzuvollziehen, entstehen collageartige Zeichnungen, in denen sich Vergangenheit und Gegenwart permeabel durchdringen und überlagern. Fragmente früherer Arbeiten werden wie Intarsien in neue Bildfelder mit veränderten Motivkontexten integriert, in denen unterschiedliche Zeitebenen sowie irritierende räumlich-gegenständliche Verhältnisse ein eigentümlich labiles, gleichermaßen rätselhaftes wie auch in hohem Maße faszinierendes Gewebe entstehen lassen. Räume, Formen oder Personen deuten sich an, gehen ineinander über, lösen sich auf, verschwinden und treten als erneuertes Formenkonglomerat wieder in Erscheinung.

Simon Kloppenburg, 1983 in Rendsburg – Schleswig-Holstein geboren, studierte von 2009 bis 2014 Freie Kunst an der Hochschule der Bildenden Künste Saar, wo er seit 2015 einen Lehrauftrag für Zeichnung und bildnerische Grundlagen wahrnimmt. 2014 wurde seine Abschlussarbeit „sequence of movements/Störungen“ mit dem Förderpreis Dr. Dieter & Ulrike Scheid für Bildende Kunst ausgezeichnet, 2015 war er für den Kunstpreis Robert Schumann nominiert. Der Künstler war mit seinen Arbeiten an zahlreichen, auch internationalen Gruppenausstellungen beteiligt und gilt mittlerweile als vielversprechende sowie perspektivreiche junge Künstlerpersönlichkeit.

Simon Kloppenburg trat in den vergangenen Jahren vor allem mit konzeptionellen Rauminstallationen in Erscheinung, u.a. im Rahmen der Ausstellung „Kunstblick“ im Saarbrücker Ärztehaus. Die Ausstellung in der Galerie im KuBa konzentriert sich dem entgegen ausschließlich auf die neu entstandenen, erstmals öffentlich zu sehenden Zeichnungen, die im Resonanzraum des Bildes Erinnerung als erfahrenes Geschehnis und gegenwärtiges Erleben simultan visualisieren.

Vernissage
Freitag, 20. April 2018, 19 Uhr

Einführung:
Dr. Andreas Bayer, Künstlerischer Leiter

Dauer der Ausstellung:
20. April bis 17. Juni 2018

Öffnungszeiten:
Di bis Fr 10–15 Uhr, Do, So sowie an den Feiertagen am 1., 10. und 31. Mai 15–18 Uhr, Mo, auch Pfingstmontag, und Sa geschlossen

Am Donnerstag, 17. Mai, findet um 19 Uhr ein Galeriegespräch statt.

Der Eintritt ist frei.

Im Anschluss an die Saarbrücker Präsentation wird die Ausstellung auch in der Saarländischen Galerie – Europäisches Kunstforum in Berlin zu sehen sein.